Ursachen für Rückenschmerzen: “Quelle Monika Härle”
Unmittelbar ursächlich in Frage bei wirbelsäulenbedingten Rückenschmerzen kommen z.B. Bandscheibenschäden, Muskelhärten, Verschleiß der Wirbelgelenke oder Wirbelsäulenverkrümmungen.
Mittelbarer Auslöser kann z.B. der Belastungsfaktor Stress sein (der dann zu Verhärtungen der Muskeln oder letztlich zum Bandscheibenvorfall führt).
Außerhalb der Wirbelsäule liegende (relativ seltenere) Ursachen für Rückenschmerzen können gynäkologische Erkrankungen, Erkrankungen der Verdauungsorgane, des Harnsystems oder großer Blutgefäße in Becken und Bauch sein. Denn fast alle inneren Organe haben „Projektionsfelder“ auf der Körperoberfläche, und dabei gibt es für viele Erkrankungen typische Schmerzfelder.
Nierenentzündungen z.B. strahlen u.a. in Flanke und Lendengegend aus. Manchmal sind auch unterschiedliche Beinlängen Ursache von Rückenschmerzen. Bei der Hüftgelenkarthrose kann das Kreuz wehtun, noch bevor es zu Schmerzen im Hüftgelenk kommt. Auch falsches Schuhwerk kann zu Rückenschmerzen führen.
Die häufigsten Erkrankungen der Wirbelsäule
Seitliche Wirbelsäulenverkrümmungen (Skoliosen): Sie entstehen überwiegend während des Wachstums, die Ursachen sind unbekannt. Die Verkrümmung ist beim Jugendlichen meist schmerzfrei. Probleme entstehen oft erst im Alter, wenn sich die Wirbelkörper gegeneinander verschieben.
Wirbelgleiten (Spondylolisthesis): Wirbelkörper verkannten sich gegeneinander - meistens am Übergang von der unteren Lendenwirbelsäule zum Kreuzbein. Viele Menschen haben so ein Wirbelgleiten, ohne dass sie es bemerken. Problematisch wird es, wenn die Betroffenen schwer heben oder tragen müssen. Dann wird es schmerzhaft.
Belastungsrückenschmerzen: Es gibt keinen krankhaften Befund auf dem Röntgenbild. Ursachen des Schmerzes sind falsche Ernährung, falsche Bewegungsabläufe, Bewegungsmangel, Stress und Ärger. Die Muskulatur ist verspannt und reagiert schmerzhaft auf Druck.
„Hexenschuss“ (akute Lumbalgie): Es tut im Kreuz weh, und zwar plötzlich. Die häufigsten Ursachen von Hexenschüssen sind Blockierungen von Wirbelgelenken (etwa durch falsche Bewegungen) oder Bandscheibenprobleme.
Von „Ischias“ spricht man, wenn eine tiefere Stelle im Kreuz betroffen ist. Die Schmerzen strahlen ins Gesäß und die Beine aus. Er ist meist verursacht durch Reizung einer Nervenwurzel (z.B. nach Bandscheibenvorfall) oder durch Reizungen von Wirbelgelenken oder Bändern der unteren Lendenwirbelsäule.
Bandscheibenvorfall (Prolaps): Besonders gefürchtet. Aus dem gerissenen Faserring des Knorpelpolsters quillt der gallertige Kern der Bandscheibe hervor und drückt auf die aus dem Wirbelkanal austretenden Nervenwurzeln oder auf empfindliche Bänder im Rückenmarkskanal.
Muskelverspannungen oder -verdickungen: Mehr oder weniger heftiges Ziehen im Rückenbereich. Die Beweglichkeit der Wirbelsäule ist aber nicht eingeschränkt.
Blockierungen von Wirbelgelenken: Der Schmerz tritt plötzlich und unerwartet auf, z.B. beim Anheben eines Koffers. Bewegung nur in steifer Haltung und unter großen Schmerzen möglich.
Bandscheibenvorfall: Wenn die Schmerzen in Arme oder Beine ausstrahlen, insbesondere bei einem zusätzlichen tauben Gefühl an bestimmten Stellen der Hände und Füsse, könnte ein Bandscheibenvorfall vorliegen. Der Verdacht liegt auch nahe, wenn sich die Schmerzen beim Husten, Niesen oder Pressen verstärken.
Knochenbruch, Entzündung oder Tumor: Dumpfer, bohrender Knochenschmerz, der sich beim Abklopfen noch verstärkt. Weitere Symptome: Nächtliches Schwitzen, Gewichtsverlust, Erschöpfung.
Generell gilt: Einen Arzt aufsuchen, wenn Rückenschmerzen plötzlich auftreten, wenn sie sehr stark sind und möglicherweise mit Gefühlsstörungen in den Beinen einhergehen oder wenn leichte Beschwerden über längere Zeit hin anhalten.
Med. Erklärung für Rückenleiden und Ursache "Quelle, sportkrankenhaus.de"
Als Myogelose (aus griech. myos (Muskel) und gelu (Frost) zusammengesetzt) oder „Muskelhärte“ wird eine umschriebene Verhärtung eines Muskels mit Knoten- oder Wulstbildung bezeichnet.
Laut Pschyrembel ist diese Muskelverhärtung druckschmerzhaft und bleibt im Gegensatz zum sog. Hartspann auch unter einer Narkose bestehen.
Allerdings muss gesagt werden, dass die Vorstellung von Myogelosen als eigenständiger Entität auch abgelehnt und als „Ein Märchen aus uralter Zeit“ bezeichnet wird.
Die Muskelhärte (Myogelose) kommt durch kolloidchemische(Teilchen oder Cluster) Veränderungen und lokale Durchblutungsstörungen zustande. Myogelosen sind meist gut tastbare Muskelverhärtungen, ausgelöst durch eine dauernde Muskelanspannung. Oft kommt es zur Dauerbeanspruchung der Muskulatur, insbesondere bei einseitigen Bewegungsabläufen während der Arbeit oder beim sportlichen Training. Es kommt zu lokalen Durchblutungsstörungen sowie einer Stoffwechselstörung. In den Myogelosen wird zunächst vermehrt Laktat angehäuft. Dadurch entstehen Schwellungen der Muskelfasern sowie später ein Abbau der einzelnen Muskelfibrillen. Die Muskelhärte kann aber auch ein diagnostischer Hinweis auf funktionelle Störungen sein, vor Allem im Wirbelsäulenbereich.
Im Prinzip ist der Muskel sauer, unter Überlastung geht der Muskel vermehrt auf den anaeroben (keinen Sauerstoff) verbrauchenden Stoffwechsel über und reichert Laktat (Milchsäure) als Abbauprodukt an. Dieser Bereich des Muskels verquillt, die Durchblutung kommt zum Stehen, die Milchsäure kann nicht wieder abtransportiert werden. In der Regel sind die Muskelverhärtungen unter der Haut in der Muskulatur gut tastbar. Sie sind meist sehr druckschmerzhaft und lassen sich verschieben. Vom Tastbefund lassen sich noch Fettgewebsgeschwülste gut unterscheiden.
Bei Hinweisen auf Stoffwechselerkrankungen sollten sie ggf. noch weiterführende Untersuchungen durchführen lassen.
Auch bei degenerativen Veränderungen im Bereich der Wirbelsäule oder an den Gelenken aber auch bei Fehlstellungen sind die Myogelosen über den entsprechenden Muskelabschnitten zu tasten.
Bei der Fibromyalgie, dem sogenannten Weichteilrheumatismus, treten die Myogelosen gehäuft auf, ebenso bei der generalisierten Tendopathie (Schmerzen an den Sehnenansätzen).
Eine genaue Anamnese (Krankheitsgeschichte), einseitigen Belastungen im Beruf, Alltag oder beim Sport, dies liefert oft schon gute Hinweise zur Entstehung der Myogelosen. Diese sind meist an exponierten Stellen zu tasten.
In der Regel sollten die Myogelosen möglichst früh behandelt werden, bevor es zu Veränderungen im Bereich der Muskelfasern kommt. Es werden Wärme-Anwendungen sowie Massagen eingesetzt, evtl. auch durchblutungsfördernde und muskelentspannende Therapie. Akupunktur bzw. Triggerpoint-Behandlung sind sinnvoll.
Die Krankengymnastik konzentriert sich auf die Ursachen der Myogelosenbildung, z. B. Muskelungleichgewichte, degenerative Veränderungen oder Fehlstellungen. Diese werden entsprechend behandelt. Zunächst ist es wie bei der physikalischen Therapie notwendig, detonisierende (muskelentspannende) Maßnahmen einzusetzen. Sehr bewährt hat sich hier die heiße Rolle.
Unter Myogelosen versteht man lokale, gut fühlbare, meistens druckschmerzhafte Verhärtungen der Muskulatur, welche insbesondere bei Überanstrengungen, Infektionskrankheiten und muskulären Ungleichgewichten auftreten. Unter Muskelhärten hingegen versteht man Verspannungen in großflächigen Muskelarealen. Solche generalisierten Muskelhärten treten in letzter Zeit gehäuft bei Sportlern in Schwerkraftdisziplinen auf, welche neben intensivem Krafttraining auch eine gleichzeitige Kreatin-Einnahme durchführten. Die Behandlung der Myogelosen und Muskelhärten besteht in Ausschalten der Entstehungsursache, Beseitigen muskulärer Ungleichgewichte sowie Blockierungen oder chronischer Infektionen. Zur Förderung der Durchblutung und Detonisation des betreffenden Muskels empfehlen sich Wärmebehandlungen mit Fango sowie anschließende detonisierende Massagen und krankengymnastische Übungstherapie. Als eine besonders wirksame physikalische Maßnahme haben sich Lymphdrainagen erwiesen. Als medikamentöse Maßnahme kommt vor allem die lokale Infiltration mit einem Lokalanaesthetikum in Frage, zusätzliche lokale Behandlung mit Diclofenac Emulgel. Defizite im Elektrolyt- oder Spurenelementbereich müssen ausgeglichen werden. Der systemische Einsatz von muskelentspannenden Medikamenten ist beim Sportler kritisch zu überdenken, da es durch die systemische Wirkung zu Koordinationsstörungen und Leistungseinbußen kommen muß.
Bei längerer Belastungsdauer und insbesondere bei hohen Außentemperaturen treten gehäuft Muskelkrämpfe auf. Diese sind meistens Folge einer muskulären Ermüdung infolge Milchsäureanhäufung. Die Bedeutung der Elektrolyte und hier insbesondere des Magnesiums wird in Sportlerkreisen häufig überschätzt. Zu beachten ist, daß neben den Elektrolyten auch immer eine ausreichende Menge Flüssigkeit und leicht resorbierbare Kohlenhydrate aufgenommen werden. Die Ursachen von Muskelkrämpfen sind jedoch vielschichtig und deshalb sollte immer eine klinische Untersuchung und Labordiagnostik erfolgen.
Als orthopädische Ursachen wären Fußdeformitäten, LWS-Reizungen, verkürzte Muskulatur sowie Myogelosen zu nennen. Allgemeinmedizinische Ursachen stellen Durchblutungsstörungen, Infektionskrankheiten und hierbei insbesondere Virusinfektionen, Medikamenteneinnahme sowie chronische Vergiftungen mit Alkohol, Nikotin oder Fluor dar. Die Therapie der Muskelkrämpfe besteht in Beseitigung der auslösenden Ursachen, vorsichtigen, lokalen Dehnübungen, Flüssigkeits-, Elektrolyt- und Kohlenhydratersatz. Sehr bewährt haben sich auch lokale Eisabreibungen und Lockerungsmassagen.

Die Muskulatur ist mit 40 bis 50% des Körpergewichtes das größte Organ des Menschen, welches neben stabilisierender und dynamischer Funktion auch sehr wichtige Aufgaben als Sinnesorgan hat und in ständiger Kooperation und Interaktion mit dem zentralen Nervensystem steht. Muskelverletzungen sind die häufigste Sportverletzung, nach FRANKE erleiden 20% aller Sportler jährlich eine Muskelverletzung. Die 639 Muskeln des Menschen sind sehr gut durchblutet bei einer Kapillardichte von 2000/mm2. Die sportliche Leistung ist in hohem Maße von einer störungsfreien und ökonomischen Muskelfunktion abhängig.
Bei den Ursachen für Muskelverletzungen zeigt sich, daß die Muskulatur oft überhaupt nicht ausreichend belastungsadaptiert ist. Dies zeigt sich in einem vollkommen unzureichenden oder schlechten Trainingszustand, im fehlenden Aufwärmen sowie insbesondere bei durch Ermüdung und Unterkühlung in ihrer Koordination gestörten Muskulatur. Desweiteren wirken begünstigend nicht ausgeheilte Verletzungen, akute oder chronische Infektionskrankheiten, nicht ausgeglichene Elektrolytverluste, abrupter Belastungswechsel sowie ungeeignete Sportausrüstung. Stretching und Dehnprogramme gehören mittlerweile sowohl in der Vorbereitungs- als auch Cool-Down-Phase (Abkühlphase) beim Sportler zum Alltag. Zu bemerken ist jedoch, daß ungewohntes, extensives Dehnen kurz vor Maximalbelastungen die Bereitschaft zu Muskelverletzungen und insbesondere auch Muskelkater eher erhöht als mindert.

Der Muskelkater (Kater von Katarrh) wurde lange Zeit als ein Garant für ein gutes Training angesehen. Elektronenmikroskopische Untersuchungen haben aber gezeigt, daß es hierbei zu Mikroverletzungen im Bereich der Z-Scheiben kommt. Durch Störung der Zellmembran kommt es zum Austritt von Mediatoren, welche die bekannte Entzündungssymptomatik provozieren. Der Muskelkater setzt erst mehrere Stunden und oft auch erst am nächsten Tag nach der Belastung ein. Die Muskulatur wird verhärtet und ist schmerzhaft, intensivere sportliche Belastung ist nicht mehr möglich und sollte auch strikt gemieden werden. Die Muskelfunktion bleibt für mehrere Tage bis zu einer Woche erheblich gestört. Provoziert wird der Muskelkater hauptsächlich durch exzentrische Belastung, d.h., wenn der Muskel gedehnt wird, aber gleichzeitig Widerstand entgegensetzen muß, wie sich dies z.B. beim Bergablaufen oder bei der Stützphase beim Laufen findet. Muskelkater wird jedoch auch durch Ausführung von ungewohnten oder neuen Belastungsformen und Koordinationselementen hervorgerufen. Nach zwei- bis dreimaligem Training tritt dann ein Muskelkater nicht mehr auf. Warum es nach starken körperlichen Belastungen, wobei sich der Sportler im Wettkampf voll auspowert, zu Muskelkater kommt, ist durch die verminderte Koordinationsfähigkeit des ermüdeten Muskels bei maximaler Beanspruchung zu erklären. Die sportartspezifische Belastung sollte deshalb auf einem hohen koordinativen Niveau durchgeführt werden, „Überbelastungen“ müssen vermieden werden.
In der Therapie haben sich Eisabreibungen, Kneipp-Anwendungen, Wechselbäder sowie ein leichtes Bewegungstraining, insbesondere mit zyklischen Belastungsformen wie Radfahren und Joggen bewährt. Antiphlogistika haben in diesem Falle keine Wirksamkeit, eine gewisse Schutzfunktion wird dem Vitamin E zugeschrieben.
Eine überaus häufige und oft falsch behandelte Muskelverletzung stellt die Muskelzerrung dar. Der Sportler verspürt einen krampfartigen Schmerz in der Muskulatur, er kann zwar noch die sportliche Betätigung fortführen, hat jedoch dabei ein deutliches Mißempfindungsgefühl in der Muskulatur. Die Muskulatur wird zunehmend unelastischer und damit auch schlechter dehnbar. Bei Auftreten solcher Symptome sollte die sportspezifische Belastung unbedingt eingestellt werden, da sonst bei Nichtbeachtung ein Muskelfaserriß droht. Die Ursache liegt in einer Störung des den Muskeltonus regulierenden Spindelapparates. Bei der klinischen Untersuchung fallen außer der verminderten Muskeldehnbarkeit zunächst keine gravierenden Symptome auf. Es kommt zu keiner Kontinuitätsunterbrechung des Muskels, man kann keine Lücke palpieren, nach außen hin wird keine Einblutung oder Schwellung sichtbar, man findet kein punktförmiges Schmerzzentrum. Auch das Ultraschallbild ist unauffällig. Ohne entsprechende Therapie kommt es in den nächsten Stunden zum weiteren Anstieg des Muskeltonus. Ein gezieltes Stretching und Dehnen sollte deshalb möglichst frühzeitig erfolgen, außerdem Kompressionsverband mit Eiswasser (z.B. mit Eiswasser getränktes Schaumgummi, darüber eisgekühlte elastische Kompressionsbinde) für 20 Minuten. Danach lokaler Salbenverband und Einnahme eines Antiphlogistikums (entzündungshemmendes Medikament). Ab dem ersten Tag nach Verletzung dann Beginn mit der krankengymnastischen Übungstherapie, mit Interferenzstrom und Hochvoltanwendungen, Ultraschall sowie detonisierende Massagen zur Lockerung der Muskulatur im distalen und proximalen Bereich.
Setzt der Sportler trotz einer erlittenen Muskelzerrung die sportliche Belastung fort, so geht er ein hohes Risiko ein, eine schwere Muskelverletzung mit Einriß der Muskelstruktur zu erleiden. Bei der leichtesten Verletzungsform, dem Muskelfaserriß, ist lediglich die Kontinuität von Muskelfasern unterbrochen.
Beim Muskelbündelriß kommt es zur Zerreißung von Muskelfasern im Umfang eines Muskelbündels.
Beim Muskelriß ist die Kontinuität des gesamten Muskels zerstört, es kommt zu einer intermuskulären Blutung, die schon frühzeitig nach außen erkennbar wird. Außerdem fühlt man regelmäßig eine mehr oder minder große Delle im Muskelverlauf. Bei Muskelrissen ab einer Größe von 1/3 Durchmesser ist die frühzeitige operative Versorgung indiziert, beim Leistungssportler ggf. auch schon bei geringeren Ausmaßen eines Muskelrisses. Bei dieser Form von Muskelverletzungen gibt der Sportler anamnestisch einen stichartigen Schmerz an, so als ob ihn jemand mit einem Messer gestochen hätte.
Die Therapie der Muskelverletzungen muß sofort einsetzen. Im Vordergrund des therapeutischen Bemühens steht die Einschränkung des sich ausbildenden Hämatoms. Dies gelingt am besten durch Anlage eines Druckverbandes und Kühlung mit Eiswasser. Jede Minute Zeitverlust nach Verletzung bedeutet einen Tag verlängerte Rehabilitationszeit. Dies gilt etwa bis zur zehnten Minute, dann setzt eine Autoregulation ein. Um solch eine Akutversorgung auch jederzeit durchführen zu können, sollten Trainer, Sportler oder der Veranstalter stets eine Kühlbox mit Eiswasser, Schaumgummi und elastischen Binden bereithalten. Der Druckverband muß mehrfach gewechselt werden, dabei wird auch der Lokalbefund kontrolliert, in der Regel ist eine Kompression für drei Stunden erforderlich, da danach die Blutung steht.
Der Verletzte sollte eine entlastende Lagerung einnehmen, mit einem antiphlogistischen Salbenverband wird der Patient nach Hause entlassen, eine 24-stündige Alkoholkarenz sollte unbedingt eingehalten werden.
Am nächsten Tag wird mit der Physiotherapie begonnen, hierbei kommen Stromtherapie mit Iontophorese und Diadynamik, Lymphdrainagen sowie vorsichtige Massagen im distalen und proximalen Muskelabschnitt zur Senkung des Tonus zur Anwendung. Zusätzlich lokale und allgemeine Lymphdrainage sowie Trainingstherapie der gesunden Muskelpartien. Der Entlastungsverband wird beibehalten, ab dem 3. bis 5. Tag wird die Elektrotherapie fortgeführt. Zusätzlich Anwendung von Ultraschall.
Begleitende Medikation mit dem zellmembranstabilisierenden Reparil, Vitamin E als Antioxydanz sowie fibrinolytischen Enzymen. Bei Schmerzfreiheit wird in der krankengymnastischen Übungstherapie mit der Trainingstherapie begonnen. Ab dem 5. bis ca. 12. Tag folgt dann die dritte Phase der Behandlung, hier wird die Elektrotherapie fortgeführt. Zusätzlich detonisierende Massagen im proximalen und distalen Muskelbereich. Die Trainingstherapie wird nun gesteigert, mit vorsichtigem Laufen bzw. Traben wird begonnen und ab dem 10. bis 12. Tag werden bei Schmerzfreiheit Steigerungsläufe in das Programm aufgenommen. Nach jedem Training sind Regeneration und Stretching obligat. In der nun anschließenden vierten Phase erfolgt Fortführung der physikalischen Behandlungsmaßnahmen und langsame Wiedereingliederung in den Trainingsprozeß.
Durch lokale stumpfe Gewalteinwirkung kommt es zur Muskelkontusion mit nachfolgender Hämatombildung. Auch hier muß das Ausmaß des Hämatoms durch sofortige Eiskühlung und Kompressionsverband, Hochlagerung sowie Entlastung eingedämmt werden. Die Gabe von Antiphlogistika (Diclofenac) hat sich in diesem Falle besonders bewährt. Eine mindestens zweitägige Belastungspause muß eingehalten werden. Wichtig ist es, bei der Mobilisation darauf zu achten, daß diese im schmerzfreien Bereich erfolgt. Massagen im Verletzungsbereich sind kontraindiziert, weil hierdurch eine Muskelverknöcherung provoziert werden kann.